Tägliche “Innere Ruhe”-Haushaltsroutine (m. Notfall-Routine & Freebie)

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Haushaltsroutinen sorgen für Innere Ruhe

Unordnung kann mich ziemlich nervös machen – und das obwohl ich absolut kein Bedürfnis nach der perfekten Ordnung habe. Mit meinem ersten Sohn, der vielen Zeit daheim und einigen YouTube Videos über Haushaltsführung fing es dann langsam an zu dämmern, dass Routinen eigentlich etwas ganz Geschicktes sind. Einige Jahre später brauchte es nur noch monatelange Phasen mit beiden Kinder im Lockdown, einen Polizisten in meiner Wohnung, der einen saudummen, unprofessionellen Kommentar losließ*, und weitere inspirierende YouTube-Videos, bis es richtig Klick machte und meine tägliche Haushaltsroutine so ausgefeilt war, dass mir der Haushalt heute selten noch Stress bereitet. Ganz ohne Perfektion. Weiter unten kommst Du zum Download meiner aktuellen täglichen Routine zum Ausdrucken, und auch eine Blankovorlage für Deine eigene Routine habe ich entworfen.

Haushaltsroutine – Balsam für die hochsensible Seele

“Ich müsste eigentlich noch dies oder das…, eigentlich wollte ich doch noch…” – kennst Du diese Gedanken?

Sie führen zu einem Gefühl des schlechten Gewissens, das uns unsere wertvolle Energie stiehlt. “Where the mind goes Energy flows” sagte einst der weise Ernest Holmes. Wo unser Geist hin wandert, dorthin fließt unsere Energie. Wir nehmen mit diesen Gedanken also unseren Fokus aus dem Hier und Jetzt. Unserem Hier und Jetzt, das wir mit unseren Kindern oder unserem Partner teilen wollen. Oder unserem Hier und Jetzt, in dem wir in der Selbstfürsorge sein möchten. Wer will schon in der Badewanne sitzen und in Gedanken bei der Wäsche hängen, die sich vor der Waschmaschine türmt. Der japanische Mönch und Autor Ryunosuke Koike hat mir diese Gedanken in seinem Buch “Die Kunst des Nichtdenkens: Durch Gelassenheit mehr Glück im Alltag” bestätigt. Er schreibt: “(…) je desorganisierter wir sind, desto mehr nehmen Gedankenmenge und die von den Gedanken in Anspruch genommene Zeit zu.”

Die gute Nachricht ist: mit dieser täglichen Haushaltsroutine werden das schlechte Gewissen und Deine zu den Haushaltsaufgaben wandernden Gedanken Schnee von gestern und stattdessen wirst Du ganz schnell das positive Gefühl bekommen, dass Du alles im Griff hast. Du wirst die Zeit, die Du mit Deinen Kindern, Deinem Partner oder Dir selbst verbringst restlos genießen können. Sie ermöglicht Dir wahrhaftige Entspannung.

→ Achtung an alle, die eine Mini-Notfall-Haushaltsroutine brauchen für die Tage, an denen die Wohnung im Desaster-Zustand ist und Du absolut keine Zeit, Kraft oder Lust hast: diese enthält die drei wichtigsten Aufgaben, die alles am Laufen halten. Du findest sie am Ende des Artikels.

Die Vorteile einer Haushaltsroutine

Zunächst kurz zu einigen unschlagbaren Vorteilen einer Haushaltsroutine:

  • Der meiner Meinung nach wichtigste Aspekt bei so einer Routine ist, dass Du das Thema Haushalt für den Rest des Tages, nachdem Du sie erledigt hast, einfach aus Deinem Hirn verbannen kannst. Völlig ohne energieraubendes schlechtes Gewissen oder abdriftende Gedanken. Denn Du hast alles erledigt. Du kannst die übrige Zeit des Tages zu 100% den Menschen oder Dingen widmen, die Dir jetzt wichtig sind.
  • Du komprimierst die Zeit, die Du für den Haushalt brauchst, auf ein relativ kleines Zeitfenster pro Tag (bei mir sind es 30 bis 40 Minuten).
  • Du musst nicht jedes Mal neu überlegen und entscheiden, welche Aufgabe jetzt ansteht. Das kostet nur Energie. Ohne Haushaltsroutine musst Du täglich aufs Neue überlegen, was erledigt werden muss.
  • Mit einer aufgeschriebenen Haushaltsroutine (nimm gerne meine Vorlage), die vielleicht gut sichtbar in der Küche hängt, hast Du zum einen eine abgeschlossene Liste der Aufgaben, die sinnvollerweise auf täglicher Basis gemacht werden können. Und Du sparst Dir das “Wo soll ich nur anfangen bzw. weitermachen?”, das Dich im schlechtesten Fall auch noch demotiviert oder komplett blockiert.
  • Du reduzierst durch die tägliche Wiederholung der Aufgaben die Gesamtzeit dessen, was zu tun ist. Was will man mehr? Als Beispiel: Wenn Du jeden Morgen und Abend eine Aufräumrunde von wenigen Minuten durch die für Dich wichtigsten Räume machst, sind es meistens nur wenige Handgriffe pro Zimmer, bis es wieder ordentlich ist. Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass es wirklich nur sehr wenig Zeit ist, die man tatsächlich braucht. Du kannst sie ja mal stoppen und wirst sehen, dass ein Geschirrspüler in unter 3 Minuten ausgeräumt ist und Du in nur 10 Minuten einen enormen Unterschied in einer noch so chaotischen Küche feststellen wirst.
  • Aus meiner Erfahrung heraus überwindet man sich eher, “schnell” mal den Haushalt zu machen, wenn man einen klaren Fahrplan hat: Im Prinzip trainiert man die Überwindung ein bisschen wie einen Muskel. Mich motiviert zumindest immer das Wissen, dass die Wohnung innerhalb von 30 bis 45 Minuten wieder gästetauglich ist… wenn dieser Gast nicht unbedingt die Queen of England ist. Dafür sollte ich dann wohl doch öfter abstauben.
Routine schlägt Chaos: mit dieser täglichen Haushaltsroutine für Innere Ruhe ist stressiges Chaos Schneel von gestern

 

Tipp für Mamas mit längerem Arbeitsweg/ längeren Arbeitszeiten:

Auch wichtig: da ich momentan von zu Hause aus arbeite, habe ich logischerweise mehr Zeit, weil bei mir der Arbeitsweg entfällt. Das ermöglicht mir, diese Routine morgens zu erledigen, wenn die Jungs in Kindergarten und Schule sind. Wenn Du zur Arbeit fahren musst oder einen langen Arbeitstag hast, hast Du logischerweise nicht so viel Zeit, neben dem Kochen und Kinder versorgen. Für diesen Fall kannst Du Dir eine Routine tageweise rotierend gestalten.

Du suchst Dir die Aufgaben aus, die Du wirklich täglich gemacht haben willst (die drei zentralen Aufgaben habe ich in meiner Routine zum Download mit Herz markiert), und rotierst die übrigen Aufgaben im Zwei- bis Drei-Tages-Rhythmus (am besten jede einzelne Routine tatsächlich aufschreiben, einem bestimmten Wochentag zuordnen und aufhängen, dann entlastest Du Dein Gehirn), so wie es Sinn macht oder zeitlich geht. Was Du auch anstreben kannst, ist, einen Teil dieser Aufgaben – das kann auch nur eine einzige sein, morgens vor der Arbeit zu erledigen. Ich würde mich in diesem Fall darum bemühen, die am Vorabend gewaschene Wäsche aufzuhängen und die getrocknete zu verräumen. Damit wäre für mich ein großer Brocken erledigt.

Meine tägliche Haushaltsroutine***: hier downloaden und ausdrucken

 
  • Wäsche: Das war eine der wichtigsten Veränderungen, die mir viel Aufschieberitis-Druck genommen hat. Ca. Montag bis Donnerstag mache ich jeweils einen Wäschezyklus. Also die (1) trockene Wäsche abhängen, die (2) nasse aufhängen, die (3) trockene anschließend falten und (4) in die Schränke räumen. Ich möchte einfach am Wochenende nicht drei oder mehr Körbe Wäsche waschen müssen. Ohne Trockner würde das ohnehin nicht funktionieren, da wir nur begrenzt Wäscheleine zur Verfügung haben. Da unsere Waschmaschine im Keller ist, und mich das immer Überwindung gekostet hat, die Wäsche nach unten zu bringen, mache ich die Wäsche immer als erstes am Morgen, frei nach dem Motto: Schluck die größte Kröte als erstes. Psychologisch vorteilhaft da sehr motivierend, wenn erledigt. Meine Jungs haben für ihre Schmutzwäsche neuerdings zwei alte Windelkartons, die perfekt ins Badezimmerregal gepasst haben. Wenn diese voll sind, ca. ein- bis zweimal in der Woche, “dürfen” die beiden ihre Wäsche nach unten bringen und die Waschmaschine anwerfen.
  • Schlafzimmer: Ich mache die Betten und nehme jeweils aus dem Zimmer mit, was nicht hineingehört. Im Kinderzimmer sind das beispielsweise die nächtlichen Trinkflaschen, in unserem Schlafzimmer landen manchmal Spielzeuge, Handtücher oder Gläser. Wenn ich diese Dinge gleich mit rausnehme (meistens sammele ich alles in einem alten Windelkarton), spart mir das die Zeit bei der späteren Aufräumrunde.
  • Bad: ich räume alles aus dem Bad, was nicht hinein gehört und räume Dinge an ihren angestammten Platz (was wiederum die spätere Aufräumrunde verkürzt). Mit einem Mikrofasertuch und reinem Wasser wische ich noch über den Wasserhahn und die Ablagefläche des Waschbeckens. Sieht fast so aus, als hätte man frisch geputzt. Das Tuch liegt immer griffbereit auf dem Waschbeckenunterbau – ich wusste bis eben nicht mal, dass das Ding einen speziellen Namen hat. Früher hätte ich das als überflüssig empfunden, aber dann bin ich auf den Geschmack gekommen. Dauert auch nur 10 Sekunden und steigert das Wohlgefühl ziemlich.
  • Küche: Während des ersten Lockdowns habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, die Küche nach jeder Mahlzeit wieder in Ordnung zu bringen. Das nur einmal am Tag zu machen funktioniert bei uns nicht. Insbesondere nicht an Wochenenden oder in Lockdowns, wenn dreimal am Tag oder öfter etwas zubereitet wird. Die Küche war dann abends fällig, wo meine Motivation bereits im Tiefschlaf ist. Außerdem sieht es bei uns nach dem Kochen öfter so aus, als hätte jemand eine Bombe in der Küche losgelassen. Im Zweifelsfall findet man also nicht, was man benötigt und Platz zum Zubereiten ist dann auch nicht vorhanden. Die Spülmaschine starte ich jeden Abend. Was nicht hinein darf, spüle ich gleich ab, damit ich es am nächsten Tag verwenden kann und nicht erst abspülen muss.
  • Aufräumrunde: hier räume ich aus den übrig gebliebenen Zimmern das raus, was nicht hineingehört. Weil Schlafzimmer, Küche und Bad im Prinzip schon erledigt sind, bleiben noch Wohn- und Essbereich, Flur und Büro/Gästezimmer. Diese Räume habe ich mir zeitlich aufgeteilt: Flur und Essbereich räume ich morgens auf, den Wohnbereich und das Büro/Gästezimmer abends. Zum einen, damit es mir morgens nicht zu viel wird. Aber auch, weil es keinen Sinn macht morgens das Wohnzimmer aufzuräumen, wenn es erst nachmittags und abends wirklich genutzt wird und dann erst die Unordnung dort entsteht. Jeden Abend nach dem Boden freiräumen lasse ich den Saugroboter 30 Minuten durch den Wohn-/Essebereich fahren (Wie Du Deinen Saugroboter sinnvoll in Deine Haushaltsroutine einbindest, kannst Du hier lesen.)

Hier gilt: ist das Chaos zu groß und Du willst erst gar nicht anfangen, setze Deinen Timer auf 5 Minuten, höre danach auf und mach mit dem nächsten Punkt in der Liste weiter. Aber wenn Du die Routine täglich machst, brauchst Du wahrscheinlich keine 5 Minuten um alles zu schaffen.

  • Flecken vom Boden putzen: Einfach mit dem Allzweckreiniger und einem feuchten Spüllappen die allzu offensichtlichen Flecken wegwischen.

In meiner täglichen Haushaltsroutine habe ich noch Folgendes ergänzt:

  • das Lüften, weil ich das gerne mal vergesse.
  • das Durchkehren von Treppenhaus, Flur und Küche. Bei uns ist da immer ziemlich viel Sand vom Spielplatz, deswegen mache ich es möglichst täglich.
  • ich versuche halbwegs regelmäßig (klappt nur bedingt je nach Motivationsgrad) einen “Hotspot”** für einige Minuten aufzuräumen. Ein Hotspot ist einer von diesen magischen Orten, die das Chaos wie magnetisch anziehen: der Stuhl im Schlafzimmer, wo sich ein Haufen getragener Kleidung tummelt, zwischen der manchmal auch lange gesuchtes Spielzeug wieder auftaucht. Der kleine Karton neben dem Herd, in den ich alles reinschmeiße, was nicht in die Küche gehört, was ich aber nicht sofort an seinen angestammten Platz bringen möchte (und in dem auch manchmal lange gesuchtes Spielzeug wieder auftaucht). Die Papierablage im Wohnzimmer gehört auch dazu.
  • Unseren Saugroboter schicke ich ca. 1x pro Woche morgens in unserem Schlafzimmer oder dem Kinderzimmer auf Tour. Und täglich abends im Wohn-/Essbereich. (Wie Du Deinen Saugroboter sinnvoll in Deine Haushaltsroutine einbindest, kannst Du hier lesen.)

Als Inspiration kannst Du Dir meine Haushaltsroutine gerne herunterladen und ausdrucken. Am besten hängst Du sie Dir an einem Ort auf, wo Du ohnehin oft vorbeikommst. Auf ihr findest Du mit Herzen markiert auch folgende Mini-Notfall-Routine für Zeiten, in denen Du keine Zeit oder Kraft hast oder vor lauter Chaos nicht weißt, wo Du anfangen sollst.

Die drei zentralen Aufgaben einer Mini-Notfall-Haushaltsroutine

Es soll ja vorkommen, dass man von Chaos, Kindern und Küche, dem Job und dem, was man Leben nennt, völlig überwältigt ist. Dafür gibt es die “Das Desaster ist zu groß und die Zeit viel zu knapp”-Routine (ca. 20 Minuten).

Du kannst sie alternativ auch “Es ist Wochenende und ich hab einfach keine Lust auf Haushalt”-Routine nennen: hier verzichte ich im ärgsten Fall auf sämtliche Luxus-Punkte auf obiger Liste und konzentriere mich auf das ALLERWICHTIGSTE, das verhindert, dass die Wohnung ein Eigenleben entwickelt und meine Stimmung zu sehr in den Keller zieht.

  1. Spülmaschine aus- und einräumen UND das restliche Geschirr, das nicht in die Maschine darf oder passt abwaschen (also nicht die komplette Küche aufräumen. Es sei denn es juckt Dich in den Fingern). Falls die Motivation trotzdem fehlt, stell Dir den Küchenwecker auf 10-15 Minuten und hör danach auf.
  2. 5-Minuten-Aufräumrunde durch die für Dich 3 wichtigsten Räume. Bei mir fallen da der Flur, der Wohn-Essbereich und unser Schlafzimmer drunter. Der Flur deswegen, weil er das erste ist, was man sieht, wenn man die Wohnung betritt. Und wenn ich in einen chaotischen Flur komme, schlägt das auf die Stimmung, weil man im Prinzip schon wieder sieht, was gemacht werden muss, bevor man überhaupt richtig angekommen ist.
  3. Ein Wäschezyklus. Abhängen, aufhängen, falten, verstauen.

Das war’s. You can do this, Baby. If I can, You can. Wenn ich Dose, Du Dose. Mein Vater hätte gelacht… denk ich zumindest.

Alles Liebe, Florence


*Vielleicht überwinde ich mich eines Tages und erzähle die Geschichte. Sie war schließlich DER Auslöser für meinen Weg zu einer stressfreien Haushaltsführung. Der Grund, warum die Polizei da war, war übrigens harmlos, sie haben nur den Geldbeutel meines Mannes vorbeigebracht, den jemand gefunden hatte. Mal wieder 😀

**Diesen Begriff hat die Amerikanerin Marla Cilley in ihrem Buch “Die magische Küchenspüle” (unbezahlte Werbung) für den Haushalt geprägt. “Hotspots” sind die Orte in einem Heim, die einen riesigen Unterschied machen, je nachdem in welchem Zustand sie sind. Man findet einige YouTuberinnen, die auf ihr “FlyLady”-System schwören und es scheint laut eines Videos, das ich gesehen habe, auch für Berufstätige zu funktionieren.

***Die Inspiration für den Ablauf meiner täglichen Haushaltsroutine habe ich von der kanadischen Ordnungscoach und YouTuberin Cassandra Aarssen (Clutterbug). Kurzer Themenausflug: Im Kern ihrer Arbeit hat sie erkannt, dass es ca. vier verschiedenen Ordnungstypen in der Gattung Mensch gibt, die Ordnung eigentlich nur aufrecht erhalten können, wenn sie die für ihren Ordnungstyp (den sie liebevoll “Bug”, also Käfer nennt) richtigen Ordnungsmethoden und vor allem richtigen Ordnungshelfer benutzen. Hier geht es zu zwei  ihrer Videos über dieses Thema: Die vier Ordnungstypen  und die Ordnungshelfer je nach Typ.

Cassandras Fokus liegt neben dem Ordnung schaffen auch noch mehr auf dem schnellen Putzen. Das geht mir etwas zu weit, ich sehe es nicht ein, täglich die Toilette zu putzen oder die Küchenarbeitsflächen mit einem Putzmittel zu traktieren. Aber das sind eben persönliche Vorlieben, die Du für Dich selbst in diese Haushaltsroutine einbauen oder abändern kannst kannst.

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